In stiller Begleitung

In den letzten Tagen habe ich erlebt, wie wichtig es ist, für Menschen in Trauer einfach da zu sein. Manchmal braucht es keine Worte, sondern Präsenz, Zeit und Aufmerksamkeit.

Diese Erfahrung erinnert mich daran, wie viel Kraft es schenkt, Mitgefühl zu zeigen – sei es im privaten Umfeld oder im beruflichen Kontext. Achtsam zu sein, zuzuhören und Raum zu lassen, kann ein echter Trost sein.

Es sind die kleinen Gesten der Begleitung, die in schwierigen Momenten einen Unterschied machen. ✨

Die Kraft der eigenen Worte

Warum ich auch weiterhin selbst schreibe

Gerade gestern kam der Gedanke: Warum schreibe ich eigentlich noch selbst? Und, wer liest das noch?

Und ich kann nicht leugnen: In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz Texte in Sekundenschnelle formulieren kann (kann ich nicht, Schreiben braucht Zeit!), scheint es fast widersprüchlich, bewusst auf genau diese Technik zu verzichten.

✨ Doch genau das tue ich – nicht aus Trotz oder Technikfeindlichkeit, sondern aus Überzeugung. Worte sind mehr als nur aneinandergereihte Buchstaben.

✨ Sie tragen Emotion, Haltung, Persönlichkeit. Wenn ich schreibe, möchte ich spüren, was entsteht. Ich möchte ringen um Sätze, zweifeln an Formulierungen, überarbeiten, verwerfen, neu denken. Denn genau in diesem Prozess liegt meine Stimme. Mein Ausdruck. Mein Menschsein.

KI kann viel, das möchte ich hier nicht leugnen. Ich bin von Natur aus neugierig, auch, was Technik angeht! KI kann inspirieren, korrigieren, beschleunigen. Aber sie kennt mich nicht, meine inneren Beweggründe. Sie hat nie gefühlt, was ich ausdrücken möchte. Ihre Worte mögen oft glatt, korrekt und beeindruckend sein – doch manchmal fehlt ihnen die Reibung, das Unperfekte, das Echte.

Wenn ich selbst schreibe, gebe ich meinen Gedanken Raum, sich zu entfalten. Ich lerne mich besser kennen. Ich übernehme Verantwortung für das, was ich sage – und wie ich es sage. Schreiben ist für mich kein Produkt, das effizient produziert werden muss, sondern ein lebendiger Ausdruck meiner Wahrnehmung.

Deshalb schreibe ich – mit meinen eigenen Worten. Weil sie mir gehören. Und weil sie Kraft haben.

Herzlich, Kirtani

Spiegelneuronen: Das Gehirn der Empathie – und was Künstliche Intelligenz (noch) nicht verstehen kann

Spiegelneuronen: Das Gehirn der Empathie – und was Künstliche Intelligenz (noch) nicht verstehen kann

Gestern erreichte mich eine sehr berührende Nachricht – voller Mitgefühl, im Sinne von: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Da war jemand, der die Fähigkeit hatte, sich in mich hineinzuversetzen, zu denken und zu fühlen, was ich gerade empfinde. Und ich fragte mich: Wie kann das sein?

Eine Antwort finde ich in einem Phänomen, das die Neurowissenschaft erst vor wenigen Jahrzehnten entdeckt hat: Spiegelneuronen – hochkomplexe Informationsverarbeiter, mit denen wir alle ausgestattet sind. Manche Menschen scheinen besonders feinsinnigen Zugang zu dieser Fähigkeit zu haben.

Dieses soziale „Mitdenken“ ist zentral für unser Zusammenleben. Es prägt unsere Moral, unsere Kooperation, unsere Kultur. Warum weinen wir, wenn wir im Kino eine emotionale Szene sehen? Warum zieht sich in uns alles zusammen, wenn wir einen Unfall beobachten? Warum spüren wir den Kummer unserer Kinder so tief, als wäre er unser eigener?

Die Antwort liegt im Spiegeln: Spiegelneuronen aktivieren sich nicht nur, wenn wir selbst eine Handlung ausführen, sondern auch dann, wenn wir beobachten, wie jemand anderes diese Handlung vollzieht – und mehr noch: wenn wir seine Emotionen nachempfinden. In einer Welt, in der künstliche Intelligenz immer menschenähnlicher erscheinen soll, frage ich mich: Können Maschinen jemals so „fühlen“ oder „mitfühlen“ wie ein Mensch? Ich glaube: Noch lange nicht – und Spiegelneuronen zeigen eindrucksvoll, warum künstliche Intelligenz (noch) nicht in der Lage ist, wirklich empathisch zu handeln oder zu „verstehen“, denn KI-Systeme basieren auf statistischen Mustern, nicht auf echten Gefühlen.


Was KI dennoch kann

Natürlich: KI kann Emotionen simulieren, Verhalten analysieren oder Sprachmuster imitieren. Sie kann in der Psychotherapie unterstützend wirken oder in der Diagnostik helfen, indem sie subtile Verhaltensmuster erkennt. Sie kann lernen, auf emotionale Reize zu reagieren – aber sie weiß nicht, wie es sich anfühlt.

Diese Systeme bleiben funktional, nicht empathisch. Sie verstehen, was Menschen tun – aber nicht, warum, und schon gar nicht, wie es sich innerlich anfühlt, Mensch zu sein.

Vielleicht ist genau das unser größter Unterschied zur Maschine – und gleichzeitig unsere größte Stärke: fühlen zu können, uns zu verbinden, uns im anderen zu erkennen.

Von Herzen alles Liebe für heute,
Kirtani